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Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko: Muss es sofort behandelt werden? Die Überwachungsstrategie („Active Surveillance“ AS) Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko: Muss es sofort behandelt werden? Die Überwachungsstrategie („Active Surveillance“ AS) Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko: Muss es sofort behandelt werden? Die Überwachungsstrategie („Active Surveillance“ AS) Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko: Muss es sofort behandelt werden? Die Überwachungsstrategie („Active Surveillance“ AS)
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ZWEITMEINUNG - HAROW-Studie

Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko: Muss es sofort behandelt werden? Die Überwachungsstrategie („Active Surveillance“ AS)

Im Laufe von etwa zehn Jahren hat sich der PSA-Wert als eine einfach auszuführende Methode zur Entdeckung des Prostatakrebses durchgesetzt. Inzwischen wird er routinemäßig als Früherkennungstest angeboten. Das hat dazu geführt, dass immer mehr Patienten mit dieser nach wie vor gefürchteten und im Alter sehr häufigen Krebserkrankung erkannt werden. Tatsächlich werden heute nahezu alle Prostatakarzinome schon in einem sehr frühen Stadium entdeckt – ein Vorteil, denn der früh erkannte Tumor kann mit Aussicht auf Heilung behandelt werden.

Tatsache ist aber auch, dass sehr viele dieser „Krebse“ sich nie oder erst nach vielen Jahren zu einer bösartigen Erkrankung entwickeln. Das bedeutet: Ein Mann in höherem Alter, der vielleicht noch eine Lebenserwartung von etwa zehn Jahren hat, wird von diesem Krebs nichts merken.

Warum sollte dieser „Haustierkrebs“ also behandelt werden?

Seitdem sind eine Reihe von Studien durchgeführt worden, um diese Frage zu klären. Die letzte, die große deutsche HAROW-Studie, ist soeben abgeschlossen worden.

Die HAROW-Studie

An dieser großen Studie haben insgesamt 3185 Patienten mit Prostatakrebs teilgenommen, darunter etwa 450 mit lokal begrenztem Tumor und PSA nicht über 10 (sog. Niedrig-Risiko-Krebs). Von 361 dieser Patienten konnten bisher die Daten ausgewertet werden. Sie wurden zunächst nur überwacht (AS) und erst dann behandelt, wenn sich im Laufe der Überwachung Anzeichen einer fortschreitenden Tumorerkrankung („Progression“) ergaben, oder der Arzt es empfahl, oder der Patient es aus persönlichen Gründen wünschte.

Die Überwachung der Patienten umfasste in den ersten zwei Jahren eine vierteljährliche PSA-Bestimmung, eine halbjährliche Untersuchung durch den Arzt (Tastbefund) und eine erneute Biopsie nach dem ersten und zweiten Jahr. Gab es bis dahin keine Hinweise auf Progression, reichten halbjährliche Untersuchungen (PSA und Tastbefund) und alle drei Jahre eine Biopsie.

Anzeichen für eine Progression waren: Die Zunahme des Tastbefundes, ein rascher PSA-Anstieg oder die zunehmende Bösartigkeit des Tumors.

Die Auswertung der Studie berücksichtigt die tumorbedingte Sterblichkeit, das Auftreten einer lokalen oder systemischen Progression und die Zeit bis zur aktiven Behandlung (Operation oder Bestrahlung).

Die Studienergebnisse

Bis jetzt ist kein Patient am Prostatakrebs verstorben, drei starben aufgrund anderer Erkrankungen. Kein Patient entwickelte Metastasen.

Von 361 aktiv überwachten Patienten beendeten 62 diese Strategie. Nur 42 dieser „Abbrecher“ hatten tatsächlich eine Progression erlitten, die bei mehr als der Hälfte durch die Biopsie, bei den anderen durch einen raschen PSA-Anstieg festgestellt worden war. Die übrigen 20 Patienten wünschten den AS-Abbruch aus anderen Gründen.

Die Mehrheit der 62 abbrechenden Patienten entschied sich für eine Operation (radikale Prostatektomie), andere wählten eine Bestrahlung oder eine Hormontherapie oder ließen sich gar nicht behandeln.

Die Untersuchung der OP-Präparate zeigte, dass drei Viertel aller Tumoren nach wie vor lokal begrenzt war, bei den übrigen hatte der Tumor die Kapsel überschritten. Bezogen auf alle 361 überwachten Patienten betrug der Anteil der operativ nachgewiesenen Progression nur 6,1%.

Schlussfolgerung

Die HAROW-Studie bestätigt eindrucksvoll die Ergebnisse mehrerer anderer Studien:

Ein großer Anteil der „low risk“ Tumoren entwickelt keine bösartige Erkrankung. Im Falle der selten eintretenden Progression ist eine kurative Behandlung möglich. Der große Vorteil der Aktiven Überwachung liegt darin, dass vielen Patienten die Strapazen einer aggressiven Therapie und deren sehr häufige Nebenwirkungen (Impotenz und Inkontinenz) erspart bleiben.

Für eine Beratung in unserem Zweitmeinungszentrum Prostatakrebs Berlin (Prof. Dr. med. Lothar Weißbach, Dr. med. Uwe-Carsten Lock) kontaktieren Sie uns bitte unter unserer Praxishandynummer 0170 / 233 39 89 oder mit unserem Kontaktformular.