Watchful Waiting

Watchful Waiting bei einem spät auftretenden Prostatakrebs


Das langfristige Beobachten (Watchful Waiting) berücksichtigt die Tatsache, dass heute vier von fünf Männern, die an Prostatakrebs erkrankt sind, nicht an, sondern mit ihrem Tumor – und dann an anderer Ursache – sterben. Das Langzeitüberleben über zehn oder 15 Jahre hinweg ist so gut, dass die anderen Erkrankungen bedeutsamer sind und deshalb dringlicher beachtet und behandelt werden müssen. Eine Operation oder Bestrahlung wäre besonders für die Blasenfunktion belastend. Außerdem könnten diese invasiven Maßnahmen – wenn überhaupt – erst nach vielen Jahren ihren Nutzen zeigen, indem sie die Begleiterscheinungen des späten Tumorstadiums vermeiden.

Sofortige Terminvergabe

Lebensqualität gerade im Alter erhalten


Die Komplikationen in einem späten Stadium des Prostatakrebses sind vorwiegend Harnentleerungsstörung, Blutungen und Schmerzen in den Knochen durch Metastasen. Es gilt also, den Nutzen einer möglicherweise beeinträchtigenden Intervention gegenüber den Risiken abzuwägen. Das ist deshalb so wichtig und sollte von Ihrem Arzt unbedingt angesprochen werden, weil dem alten Menschen möglichst viele Funktionen zur Selbstversorgung erhalten werden sollten. Langfristiges Beobachten soll nicht mit einem Lebenszeitgewinn „um jeden Preis“ verbunden sein, sondern soll die Lebensqualität erhalten.

Was bedeutet Watchful Waiting für Sie als Patient?


Sie werden bei diesem Vorgehen weiterhin von Ihrem Arzt regelmäßig kontrolliert. Dies betrifft Ihren Gesundheitszustand und den Verlauf Ihrer Tumorerkrankung. Der Versuch einer Heilung wird nicht unternommen, weil er Ihre Gesundheit gefährden könnte. Ist oder wird der Krebs jedoch aggressiv, was am PSA-Verlauf und in den bildgebenden Verfahren erkennbar wird, dann kann eine schonende Behandlung mit einem Medikament einer bestimmten Hormongruppe eingeleitet werden. Hierdurch wird das Tumorwachstum gebremst und der Verlauf der Erkrankung verzögert.

Wenn der Prostatakrebs letztlich Beschwerden verursacht


Verursacht der Krebs aber Beschwerden, so werden diese mit einer Sequenz von Medikamenten behandelt. Diese Behandlung ist palliativ, d. h. sie zielt nicht auf eine Heilung, sondern auf eine Lebensverlängerung und auf eine erhaltene Lebensqualität. Ist die Blasenentleerung behindert, so kann palliativ die Vorsteherdrüse durch die Harnröhre reseziert, d. h. teilentfernt werden. Kommt es zu Blutungen, werden elektrisch gestillt und eventuell wird die Prostata bestrahlt. Bei Knochenschmerzen helfen spezielle Medikamente oder eine Bestrahlung.

Langfristiges Beobachten oder Aktives Überwachen?


Langfristiges Beobachten (Watchful Waiting) ist eine defensive Strategie, d. h. Patient und Arzt erlegen sich größte Zurückhaltung auf, wenn es darum geht, die Tumorerkrankung zu beeinflussen. Dies wird so spät wie möglich und so früh wie nötig behandelt. Die Prostata mit dem dort entstandenen Krebs wird primär nicht behandelt, sondern „geschont“. Die Behandlung orientiert sich an der Lebensqualität. Wenn Sie über 70 Jahre alt sind und weitere Erkrankungen Ihre Gesundheit beeinträchtigen, lassen Sie sich über dieses Vorgehen informieren.

Aktive Überwachung (Active Surveillance) ist auch eine defensive Strategie. Auch hier erlegen sich Patient und Arzt hinsichtlich der Behandlung des Primärtumors Zurückhaltung auf. Interveniert (operiert oder bestrahlt) wird jedoch dann, wenn der Tumor im Stadium der Heilung Zeichen von Aggressivität zeigt. Diese Vorgehensweise ist jüngeren und ansonsten gesunden Patienten vorbehalten.

In unserer Zweitmeinungssprechstunde Prostatakrebs Berlin können wir – Prof. Dr. med. Lothar Weißbach und Dr. med. Uwe-Carsten Lock – Sie unabhängig dazu beraten.

Für eine Terminvereinbarung kontaktieren Sie uns bitte mit unser Praxis-Handy-Nummer 0170 / 233 39 89 oder mit unserem Kontaktformular.